Ein Buch, das …

19.06.2011 // No Comments  //  Stöckchen

… dich zum lachen gebracht hat.
Ich bin nicht so der Typ, der beim Lesen lauthals loslachen kann. “Badewannenblues” von dem niederländischen Autor Christian van der Ploeg fand ich aber recht unterhaltsam, vielleicht weil es eher den männlichen Humor anspricht und ich mit der Tussi-Fraktion gar nichts anfangen kann. Ich hatte auch immer mehr Freunde als Freundinnen.

Der Protagonist erzählt während seiner täglich Badewannen-Session davon, wie er von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt und dabei den Ärger förmlich anzieht. Und glaubt mir: Niemand kann das besser nachvollziehen als ich.

… dich zum weinen gebracht hat.
Auch Heulen ist nicht so mein Ding, aber auch das kommt manchmal vor. Wirklich geflennt habe ich, als ich die letzten Seiten der “Bücherdiebin” gelesen habe. Liesl ist mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich es nicht ertragen konnte, wie sie nach dem Bombenanschlag zwischen den Trümmern herum läuft und ihren Freund schließlich dabei findet.

Auch die allerletzten Seiten, auf denen das weitere Leben von Liesl beschrieben wird, fand ich einfach nur herzergreifend und war wirklich froh, dass ich mich bei meinem Freund an der Schulter ausheulen konnte.

… dich nachdenklich gemacht hat.
Vor etwa sechs Wochen habe ich “Gute Geister” von Kathryn Stockett gelesen. Es geht um Rassentrennung, speziell um das Verhältnis zwischen Dienstmädchen und ihren Arbeitgebern, in den 60er Jahren. Also genau zu der Zeit, in der Martin Luther King seinen Marsch geplant hat.

Mir war nicht bewusst, wie schlimm es damals wirklich war und das Buch mich ziemlich zum Nachdenken angeregt. Es öffnet einem ein Stück weit die Augen und ich kann jetzt um einiges besser verstehen, warum manche Dunkelhäutige sich so verhalten, wie sie es tun.

… dich nicht los gelassen hat.
Das war der Fall bei meinem ersten Fitzek. Der sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Ursprünglich habe ich das Buch für meinen Freund mitgebracht (der es bis heute nicht gelesen hat), aber ich war auch neugierig darauf.

Jedes Mal habe ich mir gesagt “Okay, ein Kapitel noch”, aber wir wissen ja alle, dass das bei einem Buch von Fitzek leichter gesagt als getan ist. Bis zu dem Zeitpunkt habe ich noch ein Buch gelesen gehabt, bei dem wirklich am Ende jedes Kapitels ein so spannender Satz stand, das ich einfach nicht aufhören konnte. Wahnsinn!

…  dich total enttäuscht hat.
“Unverstanden” habe ich mir vor einigen Jahren von meinem Freund zu Weihnachten gewünscht. Hier steht Thriller drauf und es war Krimi drin. Leider hat es mich auch noch total gelangweilt, weil es sehr vorhersehbar geschrieben ist und das ist bei Krimis ja nun wirklich nicht das Wahre.

Leider war es auch mein erstes Buch von Karin Slaughter, die ansonsten ja ganz gute Bücher schreiben soll. Diese Enttäuschung hat mich allerdings so sehr abgeschreckt, dass ich von ihr wahrscheinlich nie wieder ein Buch in die Hand nehmen werde.

… dich überwältigt hat.
An der Frage habe ich jetzt etwas länger gesessen, aber ich denke, an dieser Stelle kann ich “Erebos” von Ursula Poznanski nennen. Das war das erste und bisher einzige Buch von dem ich behaupten konnte, das es süchtig macht.

In der Buchhandlung hatte ich die ersten Seiten gelesen und es nur zum Bezahlen aus der Hand gegeben. Auf dem Weg zur Bahn habe ich weitergelesen. Und als ich zu Hause war habe ich erstmal nicht einmal mehr die Jacke ausgezogen, sondern gelesen. Richtig besessen habe ich mich hinterher gefühlt. Sowas mache ich ja sonst nicht.

… dich positiv überrascht hat.
Normalerweise lese ich weder Bücher, die ich Zuschussverlagen erschienen sind, noch welche, die im Print-on-Demand-Verfahren produziert werden. In der Regel hat das nämlich auch seinen Grund. “Altraterra: Die Prophezeiung” fällt unter die letzte Kategorie und ich war richtig skeptisch, als ich damit angefangen habe. Einerseits hatte sich die Beschreibung nach einem Harry Potter Abklatsch angehört, andererseits war ich aber wirklich neugierig. Und bereut habe ich es nicht, denn Yvonne Pioch hat überraschenderweise wirklich eine tolle Welt erschaffen und ein richtig gutes Buch geschrieben. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil.

… du nicht beenden wolltest, weil es so gut war.
Eigentlich wollte ich die Reihe rund um Gwendolyn und Gideon ja nie anfangen. Als ich “Rubinrot” dann Ende gelesen hatte, habe ich kurz vor Ladenschluss wirklich einen Sprint zur nächsten Buchhandlung eingelegt: Es war Samstag, der Montag darauf wäre auch noch ein Feiertag gewesen und das konnte ich einfach nicht abwarten. Ich war auch noch ein paar Minuten zu spät, aber der nette Herr hat extra für mich nochmal aufgeschlossen. Den letzten Teil habe ich dann zwar nach Erscheinen bei der Mayerschen gewonnen, immer wieder angefangen, aber aus Angst vor dem Ende doch jedes Mal zurückgestellt. Nach drei Monaten habe ich es dann doch gelesen.

… du nicht aus der Hand legen konntest.
Als ich mit dem Endzeitroman “Die Welt, wie wir sie kannten” angefangen habe, hatte ich eigentlich vor, so etwa nach einer halben Stunde zu schlafen. Ein Buch kann noch so spannend sein, wenn ich müde bin, schlafe ich.

Ganz anders war es dann mit mit diesem Buch: Ich konnte einfach nicht mehr aufhören. Jeder Blick auf die Uhr hat mir ein schlechtes Gewissen gemacht, ich musste nämlich um 5 Uhr aufstehen. Das Buch habe ich noch zu Ende gelesen und bin dann so müde wie noch nie in die Schule gefahren. Aber immerhin hat es sich gelohnt.

… du abgebrochen hast.
Hier könnte ich richtig viel nennen, aber ich habe mich für “Das Parfüm” von Patrick Süßkind entschieden. Ich habe zuerst den Film gesehen und fand den eigentlich ganz nett und war mir sicher, dass das Buch noch besser ist.

Ich habe das Buch aber dann wirklich schon nach den ersten Seiten weit, weit weggelegt. Als am Anfang beschrieben wurde, wie dieses Kind geboren wurde und es überall dreckig war und gestunken hat, fand ich das einfach nur richtig widerlich und eklig. Und das obwohl ich nicht mal eine richtige Vorstellung darunter habe, weil ich nicht riechen kann.

… du eigentlich nie lesen wolltest.
Als der Hype um Harry Potter bei mir in der Siedlung ankam, hat mein Opa mir den vierten Band der Reihe gekauft. Damit konnte ich damals nichts anfangen, vor allem weil ich nichts verstanden habe, und hatte daher nie wirklich vor, die Bücher jemals zu lesen.

Letztes Jahr hatte ich mich dann mit meiner Mutter darüber unterhalten, dass sie geheult hat, als Dumbledore gestorben ist. Zum einem liest sie so gut wie nie (wenn nur Groschenromane) und zum anderen ist sie alles andere als eine Bratsche. So habe ich dann doch die gesamte Reihe in vier Wochen gelesen.

… du als letztes in der Schule gelesen hast.
Auf meinem ehemaligen Gymnasium hatte ich eine ganze tolle Deutschlehrerin: Einmal pro Schuljahr haben wir alle Bücher vorgestellt, die wir selbst gut gefunden haben und dann abgestimmt, welches wir gemeinsam lesen. Das war immer toll, vor allem weil die Unterrichtsreihen dazu nie nach Lehrbuch abgelaufen sind.

Zuletzt wurde ich in der Berufsschule aber mit den Physikern von Dürrenmatt gequält. Ich mag weder den Lehrer (der übrigens der Meinung ist, ich hätte schwere sprachliche Mängel), noch Dramen und schon gar nicht dieses Buch.

… auf deinem Nachttisch liegt.
Eigentlich wollte ich in “Flames ‘n’ Roses” nur kurz reinlesen als es gestern angekommen ist, war dann aber schon von der ersten Seite so begeistert, dass ich “Die Flammende” erstmal zur Seite gelegt habe.

Die 16 jährige Evie arbeitet in der internationalen Behörde zur Kontrolle Paranormaler. Sie kann hinter die Hülle solcher Wesen sehen und sie so entdecken. Im Buch werden sämtliche Klischees auf den Kopf gestellt, man trifft auch mal andere Paranormale als Vampire – zum Beispiel Meerjungfrauen und Moorhexen – und die Protagonistin ist mir sofort sympathisch gewesen.

… du unbedingt als nächstes lesen möchtest.
Als nächstes werde ich auf jeden Fall “Die Flammende” weiterlesen. Das Buch habe ich letzte Woche bei einem Stadtbummel von meinem Freund geschenkt bekommen, weil ich das Cover unglaublich schön finde und es mir nicht selbst kaufen wollte. Da kam wohl das Mitleid durch.

Ein wenig Angst hatte ich ja schon, dass es blöd sein könnte. Auch wenn ich es jetzt pausiert habe, hat es mir bisher aber sehr gut gefallen. Das Buch ist historisch angehaucht, aber durch die jugendliche Sprache doch sehr erfrischend. Auch die fantastischen Elemente sind genau richtig gewichtet.

9 Kommentare zum Artikel “Ein Buch, das …

  1. ohja, ‘Unverstanden’ war einfach nur grausig!
    Kann verstehen, dass du danach nix mehr von ihr lesen willst. Verstehe bis heute nicht, was sie da geritten hat und wieso das überhapt raus gebracht wurde :D

    • Ich versteh’s auch nicht. Kann mir nur vorstellen, dass es vielleicht einer ihrer ersten Schreibversuche war und da dann auch noch Geld rausgeschlagen werden sollte oder so.

  2. Huhu, wusste nicht wo ichs sonst posten sollte,
    jedenfalls, hab oich dich in meiner Linkliste aufgenommen, und würde mich freuen wenn du meinen Blog auch verlinken würdest.
    Liebe grüße,
    Nerwen

  3. Danke für den Tipp wegen des Gewinnspiels :)

    Da liegt ein richtig gutes Buch auf deinem Nachttisch und das abgebrochene Buch hätte ich auch fast abgebrochen, hab mich aber doch noch dazu gebracht weiter zu lesen :D

  4. Das Parfüm hätte ich auch gerne abgebrochen. Leider war es bei mir eine Schullektüre und demzufolge musste ich mich durchbeißen. Aber sei froh, ich finde das Buch wird schlimmer und schlimmer. Und dann ist es stellenweise sogar ziemlich langatmig. Dabei hatte unser Lehrer gehofft, uns mit dem Buch etwas Gutes vorzusetzen. Davon konnte er aber nur etwa ein Drittel der Klasse überzeugen…

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