13
Feb 2011

Flammender Zorn

Mit dem Finale der »Tribute von Panem«-Trilogie spaltet Suzanne Collins die Leserschaft: Die einen sind begeistert, die anderen empfinden die Fortsetzung als unwürdig. Und wie es im Leben so ist, stehe ich mit meiner Meinung zwischen den Stühlen und kann die Argumente beider Seiten verstehen. Eines steht aber fest: Der letzte Teil »Flammender Zorn« konnte mich nicht so packen, wie seine Vorgänger.

Um nicht zu viel zu verraten möchte ich zum Inhalt nur so viel sagen: Es ist Krieg in Panem ausgebrochen und es gibt keine Hungerspiele mehr. Die Rebellen wollen alle Distrikte miteinander vereinen, um dann das Kapitol zu stürzen. Peeta, gebrochen durch das Kapitol, sieht in Katniss den Teufel und auch Gale versprürt Rachelust.

Es ist mittlerweile schon etwas her, dass ich das Buch beendet habe. Es fiel mir schwer, mich zu einer Rezension aufzuraffen, denn ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob ich die Autorin für ihr konsequentes Konzept anhimmeln oder aufgrund der befremdlichen Grundstimmung und dem der Trilogie nicht gerecht werdenden Abschluss verfluchen soll. Irgendwo im Mittelfeld bewege ich mich.

Während ich die ersten beiden Bände noch in einem Rutsch gelesen habe, habe ich mit »Flammender Zorn« doch einige Tage auseinander gesetzt. Der Schreibstil der Autorin ist zwar nach wie vor klasse, aber der Handlungsrahmen ist nicht mehr so packend. Er gleicht mehr einem Kriegsreport als einem Jugendbuch und das gefällt mir nicht. Auch wenn sich mir da die Frage stellt, ob ich mich bei einer anderen Weitererzählung nicht über die fehlende Authentizität beschwert hätte.

Die ersten beiden Teile der Reihe haben mir vor allem aufgrund des unglaublichen Nervenkitzels, den die Hungerspiele ausmachen, gefallen. Dieses Element fällt im letzten Band fast komplett weg, auch wenn Suzanne Collins im letzten Drittel versucht mit ähnlichen Umständen zu trumpfen. Dies geschieht allerdings in einem ganz anderen Rahmen und wirkte auf mich eher deprimierend und hoffnungslos.

Der politische Hintergrund, der mir in den»Tödlichen Spielen« noch positiv auffiel, hat überhandgenommen. Auch wenn »Flammender Zorn« die einzige logische Konsequenz aus den vorangegangen Ereignissen ist (und das finde ich auch wirklich bewundernswert!), stört mich die Grundstimmung und auch einige Weiterentwicklungen der Figuren wirken befremdlich.

Trotz all der Kritikpunkte, hält man bei weitem kein schlechtes Buch in der Hand. Die politische Schiene hat Suzanne Collins drauf, aber das war leider nicht das, was ich lesen wollte. Es wird sicherlich Leser geben, die genau diese Wendung erwartet haben und sich darüber freuen.

Die strategischen Züge der Rebellen gegen das Kapitol sind trotz allem sehr ausgeklügelt und treiben die Geschichte grundsätzlich lesenswert voran. Es mag zwar alles anders sein, wie bisher, aber deswegen ist es ja noch lange nicht per se schlecht.

Auch wenn das Ende sehr überstürzt, auf gut Deutsch dahin gerotzt, sein mag, kann ich ganz gut damit leben. Es bleiben zwar viele Fragen offen und die Art, wie kurzatmig die Trilogie abgehandelt wurde, widerstrebt mir absolut, aber dennoch kommt auf den letzten Seiten ein wenig Hoffnung auf.

Ich bin mir noch immer nicht sicher, was ich von all dem halten mag. Aber ich glaube das ist auch ganz egal. Jeder, der die ersten beiden Bände gelesen hat, wird das Finale nicht auslassen und für sich selbst entscheiden müssen, wie er damit umgeht.

  1. Mir war auch viel zu viel Krieg und Politik in diesem Band, das hat die Handlung unheimlich langweilig und schleppend gemacht. Die Hungerspiel-Elemente im letzten Drittel fand ich noch am besten… so im Nachhinein hätte ich mir glaube ich tatsächlich eine komplette 3. Runde Hunger Games gewünscht :P

  2. Ich hab mir das Buch auf Englisch gekauft da ich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf Hawaii war. Ich muss sagen, wieder einmal hat es die Autorin geschafft mich zu überraschen. Gerade Stellen wie der Moment in dem Peeta gerettet wird und anstatt der erwarteten Umarmung zur Begrüßung er sie erwürgen möchte oder das Prim doch noch ums Leben kommt.
    Ich denke sie hat das ganze gut gelöst. Eine dritte Runde Hungerspiele in die Katniss gezwungen wird, wäre einfallslos gewesen. Mir persönlich fällt kein Weg ein, wie sie das hätte in den Handlungsstrang logisch einbauen können.
    Natürlich war es eine Menge Beschreibung der Kriegsstrategien, da stimme ich ihnen zu. Ich hätte mir ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht in der ganzen Dreiecksgeschichte um Katniss, Peeta und Gale, ganz besonders am Ende ging es einfach plötzlich so schnell und es wird mit keinem Wort wirklich erwähnt warum Gale sich plötzlich nicht mehr um sie kümmert und wie sie sich nun plötzlich doch zwischen den beiden entscheiden kann.
    Insgesamt war es gut aber es hätte vllt doch ein bisschen mehr gehen können.
    Jetzt bin ich erstmal gespannt, was Hollywood daraus machen will, die Darsteller die sie bisher ausgewählt haben, entsprechen nicht gerade meiner Vorstellung…

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